Timo
Gasser

Thermische Behaglichkeit

Behaglichkeit ist ein subjektives Empfinden, das sich nicht messen lässt. Mit einer Befragung von Probanden liesse sich dieses Empfinden erforschen, dies ist aber sehr aufwendig und nicht reproduzierbar. Die international verwendeten, empirisch ermittelten Kenngrössen (PMV, PPD und DR) machen dieses Empfinden greifbar. Dabei werden Umgebungsrandbedingungen wie Temperatur und Luftgeschwindigkeit aufgezeichnet, sowie Bekleidung und Tätigkeit einbezogen. Auch die Normung bezieht sich auf diese Kenngrössen und stellt auf der Basis dieser Kenngrössen Anforderungen an das Umgebungsklima. 

Thermischer Komfort unkompliziert Messen

Der Messapparat mit zwei unterschiedlichen Messhöhen wird beispielsweise an einem Arbeitsplatz platziert. Die gemessenen Daten werden nach EN ISO 7726 ausgewertet und z.B. mit normativ geltenden oder nutzerspezifischen Anforderungen verglichen. Die Messung kann voll automatisiert über kürzere oder längere Zeiträume durchgeführt werden. 

Beispiel

Ein zu kühler Raum oder Zugluft kann zu Beschwerden führen. Der Vergleich einer Messung mit geltenden Anforderungen liefert eine objektive Beurteilung. Durch individuelles Betrachten der Situation können Massnahmen zur Verbesserung der thermischen Behaglichkeit definiert werden.

Winter

Der PMV Index liefert einen Indikator über die thermische Behaglichkeit. Die Norm SIA 180 beschreibt ihn wie folgt: über 0.5 weist auf ein zu warmes, Werte unter -0.5 auf ein zu kaltes Klima hin. Die SIA 180 legt diese Werte als Grenzwert fest. Das Zugluftrisiko DR steht für den Prozentsatz Beeinträchtigter aufgrund Zugluft (z.B. induziert durch Kaltluftabfall). In den Graphen sind Messkurven von 2 unterschiedlichen Messhöhen abgebildet. Die Daten ausserhalb eines Beurteilungszeitraumes sind grau markiert und die normativen Grenzwerte eingetragen.

Sommer

Der PPD Index sagt die Anzahl Unzufriedener voraus aufgrund der thermischen Behaglichkeit. Wenn im Sommer die Hitze extrem ansteigt, kann dies in Extremfällen gesundheitsschädigend sein. 

Nutzen

  • Unkomplizierte, qualitative Aussagen zum lokalen thermischen Komfort über längere Betrachtungszeiträume
  • Einfache Identifikation kritischer Einflussparameter auf dem Komfort (z.B. bei Beschwerden) hilft die richtigen Massnahmen zu ergreiffen 

Ähnliche Artikel