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Ortung von potentiellen Feuchteschäden an verputzten Aussenwärmedämmungen mittels Thermografie

Probleme bei der Feuchteansammlung in Aussenfassaden sind eine relativ häufiges Schadensbild, das mehrheitlich Fassaden mit verputzten Aussenwärmedämmungen betrifft.

Spezifische Risiken bei verputzten Aussenwärmedämmungen

Häufig festgestellte Phänomene sind das Erscheinen von Flecken, Rissen, weissen Ablagerungen, Putzlösungen oder Algenbildung. Nicht zu unterschätzen sind Risse: diese sind ab einer Dicke von 0.1 mm als problematisch einzustufen und können dazu beitragen, dass Regenwasser in das Fassadensystem gelangt. Es kann festgestellt werden, dass die unteren Teile der Fassaden (Sockelbereich) häufiger von Feuchtigkeitsproblemen betroffen sind.

Ein verputzte Aussenwärmedämmung besteht aus einem Klebemörtel, Wärmedämmplatten, einer Bewehrung, einem Grundputz und schliesslich einem Deckputz. Dieses System hat sich in den letzten Jahren sowohl beim Neubau als auch bei der Sanierung weit verbreitet, insbesondere aufgrund seiner geringen Kosten. Ein solches System ist jedoch stark den äusseren klimatischen Bedingungen ausgesetzt, weist eine hohe Mängelempfindlichkeit auf und zeichnet sich durch eine kürzere erwartete Lebensdauer aus.

Untersuchung durch Thermografie

Die Thermografie ist eine zerstörungsfreie Voruntersuchungsmethode, die es ermöglicht, eine grosse Anzahl potenzieller Fehler ohne aufwändige Sondieröffnungen zu identifizieren. Durch Feuchteeinträge in die Wärmedämmung erhöht sich die Wärmeleitfähigkeit der Dämmung, was zu höheren Wärmeverlusten führt. Die Oberflächentemperatur an der schadhaften Stelle ist während der Heizperiode somit wärmer. Mittels Thermografie können diese Stellen ausfindig gemacht werden. Dieser Ansatz ermöglicht es, eine erste allgemeine Diagnose durchzuführen. Das Vorhandensein von Mängeln kann nachfolgend durch Inspektionsöffnungen verifiziert werden.

Zahlreiche technische Anforderungen

Die Planung und Ausführung von verputzten Aussenwärmedämmungen unterliegt zahlreichen technischen Anforderungen: Art der Dämmplatten, Brandschutzmassnahmen, Anschlüsse an andere Bauteile, Abdichtungen, Dehnungsfugen, Restfeuchtigkeiten und Putzschichteigenschaften. In der Schweiz ist die Norm SIA 243 (Verputzte Aussenwärmedämmung) die normative Referenz, ergänzt durch verschiedene Dokumente aus dem Stand der Technik. Um eine fachgerechte Ausführung des Fassadensystems zu überprüfen, können zerstörungsfreie Untersuchungen mittels Thermografie angewendet werden.

 

Unser in 1971 gegründetes Büro ist sowohl in der Planung als auch in Expertisen von Fassaden tätig und verfügt über mehrere Ingenieure, die Mitglieder anerkannter Expertenkammern sind. Bitte kontaktieren Sie unsere Standorte Bern, Basel, Zürich oder Luzern per E-Mail (mailbox@gae.ch) oder telefonisch (031 533 06 00 / 061 521 02 00 / 044 545 15 00 / 041 541 04 00) für weitere Informationen.

Die Oberflächentemperatur an der oberen Ecke erscheint deutlich höher als an den anderen Sektoren der Fassade. Bei den Inspektionsöffnungen wurde festgestellt, dass die Wärmedämmung in diesem Bereich infolge Wasserinfiltrationen vom Flachdach undicht war.

Das Thermogramm liefert eindeutige Anzeichen zu Wasserinfiltrationen durch den Anschluss des Fensterrahmens, die sich bis zum Sockel verbreiten.

Eine nicht fachgerechte Verlegung der Wärmedämmplatten kann festgestellt werden. Langfristig besteht das Risiko von Rissen und Verfärbungen an den Plattenanschlüssen.

Es gibt Anomalien bei der Wärmedämmung im Sockelbereich. Es sind Unregelmässigkeiten in den Dämmplatten (zentraler Teil) und unterhalb des Fensterbanks (linker Teil, oben) sichtbar.

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