Mario
Stoll

Gestaltung und Modellierung der Lärmausbreitung

Die Lärmthematik

Innere Verdichtung, Bauen in lärmbelasteten Gebieten und Umnutzung von Industrie- und Gewerbezonen zu Wohnquartieren erfordern eine sorgfältige lärmtechnische Planung. Umweltakustische Klangräume und Ruheorte sollen gestaltet werden, im Baubewilligungsverfahren sind die Grenzwerte der Lärmschutzverordnung im offenen Fenster entscheidend.

Reduktion von Lärm

Die Lärmemissionen von Gewerbe und Industrie lassen sich mit gezielt ausgearbeiteten Massnahmen wie Abschottungen durch Lärmschutzwände oder Einhausungen deutlich verringern. Auch können Kontingente zu Betriebszeiten in Abhängigkeit der Anlagenauslastungen zur Lärmbekämpfung dimensioniert und entsprechend in die Beurteilung aufgenommen werden.

Im Lärmausbreitungspfad reduzieren Abschattungselemente wie Lärmschutzwände oder auch ein natürlicher Erdwall die Lärmausbreitung. Bei gemischter Nutzung können beispielsweise gewerbliche Räume der Strasse zugewandt platziert werden, was nicht nur aus Sicht der Lärmbekämpfung Sinn machen kann.

Lärmreduzierende Gestaltung

Ist eine weitere Reduktion der Lärmbelastung nötig, dann werden im Bau-Entwicklungsprozess Fassaden-Gestaltungselemente zur Lärm-Abschattung geprüft. Die klassischen Elemente dazu sind Balkonbrüstungen, Loggias und Erkersituationen, die in Zusammenarbeit mit den Architekten ausgearbeitet werden. Laubengänge mit vorgehängter Fassade sind weitere bewährte Beispiele.

Ausschnitt aus einem 3D Lärmmodell

Lärmprognosen

In der Planung für Wohnbauten in lärmbelastetem Gebieten gilt als Grundsatz, dass als erstes auf eine geschickte Grundriss-Anordnung von lärmempfindlichen Räumen geachtet werden muss. Im Prozess der Projektentwicklung kann der/die AkustikerIn die zu erwartende Lärmbelastung an der Fassade ermitteln, beurteilen und in die Planung einbringen.

Für die rechnerische Prognose der Lärmbelastung stehen gesetzlich vorgegebene Methoden zur Verfügung. Die aktuell gültige Berechnungsvorschrift ist die STL86+, sie wird in absehbarer Zeit wahrscheinlich durch das neu entwickelte SonRoad abgelöst.

Lärmgutachten

Für einfache räumliche Verhältnisse reicht eine Berechnung von Hand, die mit überschaubarem Aufwand erstellt werden kann. Soll beispielsweise die Lärmbelastung einer Strasse auf ein Einfamilienhaus prognostiziert werden, so ist das Erstellen einer Handrechnung angebracht. Ist die Situation komplizierter, beispielsweise im Fall von unterschiedlichen Quellen und/oder mehreren reflektierenden Nachbarsgebäuden, dann ist der Aufbau eines 3D-Lärmmodells vorzusehen. Basierend auf den Modellrechnungen und den darauf aufbauenden Beurteilungen wird ein Lärmgutachten zur Baueingabe erstellt.

Bei speziellen Problemen können auch statistische oder physikalische Berechnungsmodelle eingesetzt oder massstäbliche Modellbauten erstellt werden.

Vertikaler Schnitt Loggia an Strasse: physikalisches Schall-Modell (links), vereinfachte Handrechnung (rechts)

Erfolgreiches Bauen im Lärmgebiet

Förderlich für ein erfolgreiches Bauprojekt sind ein frühes Einbinden der Lärmthematik durch erfahrene Akustik-Fachplaner und eine abgestimmte Zusammenarbeit mit den lokalen Behörden.

Wir unterstützen Sie gerne.

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